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chron. Pharyngitis

Definition

Bei der chronischen Pharyngitis (Rachenentzündung) handelt es sich um einen andauernden Reizzustand der Rachenschleimhaut.

Ursachen

Begünstigt wird die chronische Pharyngitis, wenn die Atemluft mit Staub, Zigarettenrauch, Chemikalien oder Reizgasen belastet ist. Auch ständiger Alkoholkonsum kann eine Rolle spielen. Eine weitere häufige Ursache ist die vermehrte Mundatmung. Diese kann durch eine verkrümmte Nasenscheidewand, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder einen allergischen Schnupfen (z. B. Hausstaubmilben-Allergie) bedingt sein. Die Nase reinigt und befeuchtet die Atemluft. Diese Aufgabe kann sie nicht erfüllen, wenn die Nasenatmung behindert ist, was wiederum zur Austrocknung der Rachenschleimhaut führt.

Symptome

Typische Beschwerden einer chronischen Pharyngitis sind ein ständig trockener Hals und vermehrtes Absondern von zähem Schleim. Auch ein Kloßgefühl im Hals und zwanghaftes ständiges Räuspern werden häufig angegeben.

Diagnose

Wichtige Hinweise ergeben sich aus der Krankengeschichte (berufliche Staubbelastung, Allergien, vermehrte Mundatmung). Bei der Untersuchung findet man eine Schleimhautrötung, gelegentlich eine Schwellung und Auflagerungen von zähem Schleim.

Nase und Nasennebenhöhlen sollen in die Untersuchung mit einbezogen werden. Evtl. können eine Röntgenaufnahme oder eine Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen zum Ausschluss einer Sinusitis (→ akute Sinusitis, → chronische Sinusitis) und eine Allergietestung richtungweisend sein.

Differenzialdiagnose

Eine chronische → Mandelentzündung sowie andere spezifische oder unspezifische Entzündungen sollten ausgeschlossen werden.

Chronische Pharyngitis. Bei der Spiegeluntersuchung findet sich eine gerötete, „granulierte“ Rachenschleimhaut.

Therapie

Falls möglich sollte zunächst die Ursache der Störung beseitigt werden. Die Beschwerden können gelindert werden, indem die Schleimhäute durch Inhalationen mit Emser Salz oder Salbei-Tee angefeuchtet werden. Das Lutschen von salzhaltigen Pastillen befeuchtet ebenfalls die Schleimhaut und regt den Speichelfluss an.

Auf ausreichende Raumluftfeuchtigkeit besonders in den Wintermonaten ist zu achten. Ist die Nasenatmung behindert, kann ein operativer Eingriff an der Nasenscheidewand indiziert sein.

Prognose

Wenn keine direkte Ursache der Rachenentzündung zu ermitteln ist und die Beschwerden bereits lange Zeit bestehen, ist die Aussicht auf eine Heilung gering. Eine dauerhafte symptomatische Behandlung kann dann die Beschwerden zumindest etwas lindern.

chronische Laryngitis (Kehlkopfentzündung)

DefinitionChronischeLaryngitis

Bei der chronischen Laryngitis handelt es sich um eine langwierige Entzündung des Kehlkopfs.

Ursachen

Häufige Ursachen für die chronische Laryngitis sind erhöhter Nikotinkonsum, durch chemische Dämpfe oder Staub verunreinigte Atemluft, ständige Mundatmung, übermäßige Beanspruchung der Stimme, falsche Stimmtechnik, nicht ausreichend behandelte akute Infektion des Kehlkopfs (insbesondere, wenn die Stimme nicht ausreichend geschont wurde), chronische Sinusitis mit vermehrter Sekretion, gastroösophageale → Refluxkrankheit (durch einen gestörten Magenverschluss tritt Magensaft über und reizt Speiseröhre und Kehlkopf, die sich entzünden).

Symptome

Die Patienten berichten über Heiserkeit, verminderte stimmliche Belastbarkeit, Husten, Räuspern und/oder ein Fremdkörpergefühl im Hals.

Diagnose

Der Kehlkopf wird entweder indirekt mit einem Spiegelchen über die Mundhöhle, mit einem sog. Lupenlaryngoskop oder mit einer dünnen, schlauchartigen flexiblen Optik über die Nase untersucht. In den meisten Fällen einer chronischen Erkrankung liegt eine hyperplastische Laryngitis mit einem Schleimhautödem vor. Hierbei ist die Schleimhaut stark verdickt und es wird vermehrt Gewebswasser eingelagert. Eventuell finden sich weißliche Auflagerungen (sog. Leukoplakien).

Differenzialdiagnose

Bei hyperplastischen und leukoplakischen Stimmlippenarealen ist eine Mikrolaryngoskopie mit (Exzisions-)Biopsie zum Ausschluss eines Malignoms erforderlich.

Therapie

Die Therapie ist oft langwierig und unbefriedigend. Wesentlich ist, dass exogene Noxen, wie Rauch, trockene Luft und Luftverunreinigungen, und eine mögliche Überbeanspruchung der Stimme vermieden werden. Bei falscher Stimmtechnik sollte eine logopädische, also sprachtherapeutische Behandlung erfolgen. Ist eine gastroösophageale → Refluxkrankheit die Ursache für die chronische Laryngitis muss sie entsprechend therapiert werden. Bei behinderter Nasenatmung oder → chronischer Sinusitis kann ein operativer Eingriff an der Nase sinnvoll sein.

Prognose

Der Verlauf ist abhängig von der Ursache der chronischen Laryngitis. Rezidive treten häufig auf. Bei einer über einen längeren Zeitraum persistierenden Erkrankung kann es zu Schleimhautveränderungen (Leukoplakien, Polypen) kommen, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Tumors darstellen und deswegen operativ abgetragen werden sollten.

chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung)

DefinitionChronischeSinusitis

Bei der Sinusitis ist die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen entzündet. Man unterscheidet die akute von einer chronischen Form. Von einer chronischen Sinusitis spricht man, wenn die Symptomatik länger als 8 Wochen anhält oder wenn mehr als 4 Episoden im Jahr auftreten. Bei Kindern gilt: Symptomatik über 12 Wochen oder mehr als 6 Episoden im Jahr.

Synonym: chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung.

Ursachen

Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume im Schädelknochen, die normalerweise Luft enthalten. Die Belüftung erfolgt über mit Schleimhaut ausgekleidete, knöcherne Kanäle von der Nasenhaupthöhle aus. Verschiedene Faktoren können zu Belüftungsstörungen, Abflussbehinderungen und Sekretstau führen und begünstigen die Entstehung einer chronischen Sinusitis: allergische Schleimhautschwellungen, anatomische Engstellen (z. B. Nasenscheidewand, größerte Nasenmuscheln), Verschluss der Nasennebenhöhlen durch Polypen, → Adenoide Vegetationen (bei Kindern).

Symptome

Zu den typischen Beschwerden einer chronischen Sinusitis gehören Nasenatmungsbehinderung, Kopfschmerzen, vermehrte Infektanfälligkeit und gestörter Geruchssinn. Häufig kommt es zu einer vermehrten Nasensekretion, v. a. nach hinten in Richtung Rachen. Husten, Auswurf und Atembeschwerden sind Zeichen dafür, dass die Sinusitis auf die Lunge und Bronchien übergreift.

Diagnose

Der HNO-Arzt untersucht das Naseninnere mittels einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) oder Endoskopie. Typische Zeichen für eine chronische Sinusitis sind Schleimhautschwellungen oder Polypen v. a. im sog. mittleren Nasengang. Mit einer Ultraschalluntersuchung, Röntgenaufnahme bzw. Computertomografie der Nebenhöhlen können Verschattungen festgestellt werden. Ein Allergietest ist sinnvoll.

Differenzialdiagnose

Bei einseitiger chronischer Sinusitis muss ein Malignom ausgeschlossen werden.

Therapie

Zunächst sollte je nach Ursache der Erkrankung ein konservativer Therapieversuch mit abschwellendem Nasenspray (nur über kurze Zeit!) und/oder eine antibiotische Therapie durchgeführt werden. Inhalationen mit Sole-Lösung oder Salbei- oder Kamille-Dämpfen, Salzwasserspülungen können ebenso helfen. Bei bekannten Allergien sollte die antiallergische Therapie intensiviert werden. Ziel der meist endoskopisch, mikrochirurgisch durchgeführten Operation ist es, Engstellen zu beseitigen und so die Drainage und Belüftung der Nasennebenhöhlen zu verbessern.

Prognose

Gelingt es, die Belüftung der Nebenhöhlen wieder herzustellen, kann sich die chronisch erkrankte Schleimhaut regenerieren. Nach Eingriffen an den Nasennebenhöhlen ist eine konsequente fachärztliche Nachbehandlung genauso wichtig für den Erfolg wie die Operation selbst.